Unser Reisetagebuch: Von Namibia bis Botswana, Selbstfahrer Safari Teil 2
Tag 4 ist Umzugstag.
Unser Weg führt uns weiter Richtung Norden in Richtung des Etosha Nationalpark. Unser heutiges Ziel liegt ca. 320 km entfernt, entspricht ca. 3.5 Stunden. Wir fahren auf der B1 via Otjiwarongo und Otavi bis nach Tsumeb. Dort tanken wir unseren Wagen nochmals voll, da es in Afrika nicht an jeder Ecke eine Tankstelle hat, gilt es die Tankstopps sauber zu planen. Wir fahren weiter auf der B1 bis wir einmal nach links abbiegen und nun der C 38 folgen.
Unsere Unterkunft, die Mokuti Etosha Lodge liegt optimal, nur ca 5 Minuten vom Lindequist Gate vom Etosha entfernt.
Der Etosha Nationalpark umfasst eine Fläche von über 22'000 km2.
Wir sind gegen 15:00 in unsrer Unterkunft angekommen. Da man zum Sonnenuntergang den Park verlassen haben muss, haben wir entschieden, erst am nächsten Tag die Erste Runde im Etosha zu drehen. Frühester Einlass ist zum Sonnenaufgang.
So haben wir diesen Tag am Pool ausklingen lassen.
Tag 5
Pünktlich zum Sonnenaufgang un 06.40 stehen wir mit unserem Auto am Lindequist Gate an. Vor uns ist nur ein anderes Auto. Dieser Eingang des Parkes wird weniger genutzt, was uns jedoch gefallen hat. Die meisten Touristen gelangen durch das Anderson Gate in den Park. In diesem Teil wütete jedoch während unserem Aufenthalt leider ein schlimmer Waldbrand, was wir aus den Medien mitbekommen hatten. Der Nationalpark verfügt insgesamt über 4 Tore. Wichtig zu wissen: Am Gate wird ein Pass verlangt. Die ID oder der Führerausweis reicht nicht aus. Worauf wir, nicht umbedingt freundlich, aufmerksam gemacht wurden. Zum Glück hatte jemand von uns einen Pass dabei.
Das Eingangsprozedere haben sie eher umständlich gelöst: Man fährt zuerst durch das Gate dort füllt man einen Zettel aus mit persönlichen Informationen und bekommt die Zutrittsgenehmigung. Damit fährt man dann in den Park muss jedoch als erstes in der Namutoni Lodge anhalten um sich dort erneut zu registrieren und zu bezahlen. Die Mitarbeiter am Gate sowie in der Lodge sind eher uninteressiert und gelangweilt.
Nachdem man dies erledigt hat, kann man losfahren. Der Park ist riesig also die grosse Frage: Wo sollen wir starten? Wir entscheiden uns für eine Route: Pink eingezeichnet in der Karte. Was hier nach sehr wenig aussieht sind wir in etwa 6 Stunden abgefahren. Wir haben uns jedoch sehr viel Zeit gelassen und die Natur genossen.
Wie sich rausstellte, war dies wohl eine weniger beliebte Route, denn wir trafen nur auf eine Handvoll anderer Fahrzeuge, was uns nicht im geringsten störte. Unterwegs sahen wir sehr viele Tiere: Wie zum Beispiel viele Giraffen, Gnus, Oryx, Zebras und eine grosse menge Elefantendung. So hielten wir Ausschau nach den grauen Riesen, konnten jedoch immer nur Ihre Exkremente entdecken, teils sehr frisch, teils alt.
So setzten wir unsere Reise fort. Mit zunehmender Tageszeit wurde auch die Hitze immer intensiver. Um ca 10 Uhr lag das Thermometer bereits bei 33 Grad. Somit waren auch die Tiere zunehmend inaktiver und so beschlossen wir unseren weg langsam zurück Richtung Eingang/ Ausgang zu machen.
Auf unserem weg zurück haben wir tatsächlich noch eine Familie von Elefanten entdeckt. Sie befanden sich in der Nähe der Lodge bei einem kleinen Wasserloch. Somit hielten wir an um Fotos zu machen. Leider sahen diese nicht umbedingt schön aus mit der Lodge im Hintergrund. Wir fuhren also weiter und legten bei der Lodge eine kurze Pause ein.
Nach unsrer Pause fuhren wir nochmals los, zurück in die Richtung, wo zuvor die Elefanten waren.
Es hat sich gelohnt. Die Familie setzte sich in Bewegung und überquerte vor uns die Strasse, sie liefen gemütlich an uns vorbei und wir konnten sie in Ruhe dabei beobachten und unsrer Fotos schiessen.
Ein unglaublich schöner Moment und das Highlight dieses Tages.
Den Rest des Tages verbrachten wir in der Lodge mit sichten und bearbeiten unsrer Fotos.
Tag 6
Auch dieser Tag startete zur selben Zeit und ging in den Etosha.
Diesmal wussten wir schon wie der Einlass funktionierte und ging somit schneller.
An diesem Tag haben wir uns für die Violette Route entschieden. Der Plan war bis zum Wasserloch bei Halili zu fahren da dies anscheinend ein guter Spot sein sollte. Da die Strecken im Park jedoch ziemlich lange sind und wir nicht einfach nur durchrasen wollten, sondern die Zeit geniessen wollten, haben wir es nicht bis dorthin geschafft. Wir haben einige unbefahrenere Routen gewählt und uns Zeit gelassen.
Die kleinen Wasserlöcher unterwegs waren praktisch alle ausgetrocknet und die Strassen hatten zum Teil grosse Löcher. Mit unserem 4 * 4 jedoch kein Problem.
Wir waren bereits ungefähr 1,5 Stunden unterwegs, als wir in einen 'Stau' gerieten.
Wir wussten garnicht was los war kamen aber kein bisschen voran, da die ganze Strasse zuparkiert war. Also stellten wir uns an und warteten ab. Bis wir sahen, dass neben dem Fahrzeug vor uns 2 Löwen im Schatten des Autos lagen. Ein Männchen und ein Weibchen lagen dort und liessen sich nicht aus der Ruhe bringen. Wir stellten also den Motor aus und beobachtetem die Szene. Da wurden uns die Schattenseiten von populären Parks aufgezeigt, was uns leider nicht so gefallen hat. Die Guides von den Lodges kennen nichts , ohne Rücksicht quetschen sie sich in jede Lücke um ihren Gästen mit dem Handy das bestmögliche Foto zu ermöglichen.
Nach dem ruhigen Tag gestern hat uns diese Szene doch etwas geschockt.
Wir blieben auf unserem Platz etwas entfernt von den Löwen und warteten, dass sich die Traube aus Autos auflöste und wir vorbeifahren konnten.
Die Löwen hatten andere Pläne. Sie setzten sich in Bewegung und liefen über die Strasse, bis sie sich schliesslich direkt vor unserer Motorhaube niederliessen. Also blieben wir wo wir waren bis die Löwen den Platz unspannend fanden und davonliefen in den Busch.
So setzten wir unseren Weg gemütlich fort, nachdem all die Tourenfahrzeuge weitergerast waren für ihren nächsten spektakulären Stopp.
Auf unsrem Weg sahen wir eine grosse Herde Elefanten ziemlich weit weg, die sich jedoch in unsere Richtung bewegten. So entschieden wir wieder stehen zu bleiben und abzuwarten, ob sie näher kommen.
Als wir da so standen und warteten entdeckten wir ein einzelnes Tier, dass wir erst auch für einen Elefanten hielten. Als es näher kam sahen wir jedoch, dass es ein Nashorn war. Ein Spitzmaulnashorn / Blackrhino. Dieses ist seltener als das Breitmaulnashorn und vom Aussterben bedroht.
Wir sahen zu wie die anderen Autos an uns vorbeifuhren ohne zu sehen was wir sahen.
Auch die Elefantenfamilie kam näher und überquerte die Strasse vor uns. Wir beobachteten sie beim fressen, bis sie im Busch verschwanden.
Weiter ging es Richtung Halili. Auf der weiterfahrt sind wir auf 2 einzelne Elefantenbullen gestossen die sich zu einem sehr kleinen Wasserloch bewegten und dort verweilten.
Nach dieser Begegnung fuhren wir zurück zum Ausgang und zurück in die Lodge um dort den restlichen tag ausklingen zu lassen.